Ikonen der Gemeinschaft

Gottesmutter von der Zärtlichkeit

Viele orthodoxe Kirchen sind der Gottesmutter geweiht. In der Bilderwand der Kirchen hat die Marien-Ikone feste Plätze, nämlich links neben der Königstür, und innerhalb der Deesis- (= Anbetungs-) Reihe ebenfalls links neben dem thronenden Christus.

Im Alltagsleben befindet sich in jedem christlichen Haus links neben dem Eingang eine Nische, in der vor einer Muttergottes-Ikone ein Ewiges Licht brennt. Maria ist die wahre ,,Pforte des Himmels", die Tür, die das Heil aufschließt.

Der ikonographische Typus ,,Gottesmutter Umilénie" (griechisch Eleúsa, die Erbarmende) bildete sich in der byzantinischen Kunst im 9. und 10. Jahrhundert aus, und war im 11. Jahrhundert in der mittelalterlichen Kunst aller europäischen Länder weit verbreitet.

Typus ist die große Zärtlichkeit, mit der das Christuskind sich an die Wange der Gottesmutter schmiegt, und die umhüllende Geste der Hände der Gottesmutter. Häufig umarmt das Kind auch die Mutter. Der Grundtypus der Eleúsa, dem auch die Wladimirskaja und unsere Ikone zugeordnet ist, trägt oft den Namen des Herkunftsortes.

Vor dem goldschimmernden, den Himmel symbolisierenden Hintergrund hebt sich das blaue Mantelkopftuch Marias ab, in dem wir die klare, vollkommene Offenheit und Transparenz auf Gott hin (westlich orientierter Farbtypus für die Ewigkeit) wahrnehmen. Golden leuchten auf ihrer Stirn und den beiden Schultern drei Sterne (einer davon ist hier verdeckt) auf. Maria ist der strahlende Morgenstern - ist ,,Jungfrau vor, bei und nach der Geburt des Gottessohnes".
In der Meditation des Bildes wird deutlich: beide Schultern, die auch den Willen und die Macht des Menschen symbolisieren, sind der Stirn als ,,Leibmitte" zugeordnet. Maria ist die völlige Hingabe an Gott in ihrem Willen und Wesen.

Grünes Tuch bedeckt ihr Haupt. Sie ist die Mutter des Lebens und der Lebendigen, durch deren ,,Ja!" das Leben Fleisch und Blut angenommen hat. Die goldenen Zierstreifen deuten ebenso wie die Verwendung der Farben blau und grün (Repräsentationsfarben des byzantinischen Kaiserhauses) ihre königliche Würde an.

Der Ausdruck Mariens in den weit geöffneten Augen, ihre erhabene, auf das Wesentliche beschränkte Einfachheit, offenbart sie als vergeistigte, vom göttlichen Pneuma durchglühte Person. Der Gott, dem sie dient, ist der Heilige, Starke, Unsterbliche. Gott, der Ewig-Seiende.

ER hat sie gewählt, beim Namen berufen: ,,Gegrüßet seist Du, MARIA". ER ist mit ihr. - So ist - MARIA (MR) die Tochter Israels, die "THEOTOKOS" (QEOTOKOC), die Frau (gunü), aus der Gott in der Fülle der Zeit als Mensch geboren wurde.

Mit Recht wird sie von den Gläubigen so genannt: "THEOTOKOS - Gottesgebärerin".

Sie und ihr Sohn IC = JESUS, Jahwe rettet - XC = CHRISTUS, der Gesalbte, gehören ganz Gott.

Im Nimbus (Heiligenschein) Jesu Christi ist das Kreuz angedeutet, das IHN als den Erlöser ausweist. Er ist das geopferte, makellose, reine (weiße) Lamm, dessen Leben und Blut (rot = Farbe für die göttliche Natur) die Sünden der Welt wegnehmen wird.

Sein Blick geht, Maria leiblich ganz innig-zärtlich zugewandt, sie ansehend doch über sie hinaus zur Höhe, den Willen des Vaters suchend.

Auch Maria sucht nicht sich selbst. Sie wendet sich ganz dem Beter und Betrachter zu:

Ich brachte und bringe ihn hervor, ich zeige und ich trage ihn. Da ich seinem Ohr nahe und seine Mutter bin, hört er auf mich. Da er mein Herr ist und ich seinem Mund nahe bin, erfährt die Menschheit durch mich, was er von ihr will. Ich stelle ihn euch vor, von dem alles ungeteilt kommt: die Trauer und die Freude, die Furcht und das Erbarmen, das Gericht und die Vergebung. Ich weise auf etwas, das mehr ist als ich selbst. Schaut also über mich hinweg - seht die Gegenwart meines Sohnes. Sein Erbarmen fließe in eure Tage, immer mehr von mir weg, immer näher zur Welt, immer näher zum Sohn. Sein Erbarmen vermehre nicht die Worte, sondern die Taten, nicht die Versprechen, vielmehr die Handlungen. Sein Erbarmen vermehre die Stille. Es sei wie ein großer Raum, in dem Platz ist für Tränen, Müdigkeit, Verlangen, Ungewissheit, furchtlose Arbeit, vergebliche Mühe. Sein Erbarmen sei die Herberge des Elends. Es reiche über mich hinweg in die Jahrtausende hinauf, vervielfache sich, verbinde sich mit dem, was noch kommt und schenke Linderung, indem  es auch den Bittenden von sich selbst entfernt, damit übrigbleibt, was übrigbleiben muss: die Herrlichkeit Gottes.

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